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Advent-Yoga im Kopf

 

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt… bald ist es wieder so weit und die Adventszeit beginnt. Diese wunderbare, ruhige, gemütliche und besinnliche Zeit, in der wir mit den Kindern Plätzchen backen, bei Kerzenschein und schöner Musik lesen und nach langen Spaziergängen am Kamin heißen Tee trinken. Oder etwa nicht?

 

Hast Du Sorge, dass Deine Adventszeit auch dieses Jahr wieder zu wenig Besinnlichkeit enthält und zu viele Termine, Hektik, Erledigungen und Konsum? Viele Menschen spüren besonders in der Adventszeit eine Kluft zwischen dem Wunsch nach Besinnlichkeit und der Hektik der vorweihnachtlichen Wirklichkeit. Du bist mit Deiner Vorahnung also nicht allein.

 

Wie wäre es, wenn Du diese Vorahnung nutzt? Noch ist Zeit bis zum ersten Advent. Du kannst Dich vorbereiten. Dabei meine ich nicht die Optimierung Deiner To-Do-Listen und die frühzeitige Erledigung von Dingen – das kannst Du auch machen. Aber das ist nicht das, worum es hier heute gehen soll. Heute will ich Dir zur Vorbereitung auf den Advent eine Frage stellen, die Du vielleicht kennst, wenn Du Yoga praktizierst. Selbstverständlich musst Du aber kein Yoga machen, um die Frage für Dich zu beantworten. Sie ist wunderbar übertragbar auf jedes Vorhaben. Die Frage lautet: Was ist Deine Intention für Deine heutige Yoga-Praxis? Sie bringt so viel Fokus in eine Yoga-Stunde und lässt einen so viel mehr mitnehmen. Übertragen auf die Herausforderungen des Advents lautet die Frage für Dich:

 

Was ist Deine Intention für Deinen diesjährigen Advent?

 

Wenn Du diese Frage beim nächsten Gang zum Parkplatz oder morgens unter der Dusche nur ein paar Momente auf Dich wirken lässt, bist Du schon mitten drin in der Besinnung. Vermutlich wird Dir als erstes einfallen, wovon Du weniger im Advent haben möchtest – Stress, Termine, Listen, .... Gut. Dann gehe jetzt den gedanklichen Schritt weiter und frage Dich, wovon Du mehr im Advent haben möchtest? Was soll Deine Adventszeit enthalten, damit sie Dir gefällt? Jetzt denkst Du vielleicht an die oben beschriebenen, kuscheligen Abende, in denen sich ausnahmslos jeder in der Familie glücklich und friedlich miteinander daran erfreut wie schön die Kerzen des Adventskranzes leuchten. Draußen schneit es und wenn Du ganz leise bist, kannst Du vielleicht sogar ein paar Engels-Glöckchen hören. Ok, spätestens hier schlägt der Realitäts-Check zu. Da ist es vielleicht etwas mit unserer Phantasie durchgegangen. Aber „ach, wär‘ schon schön!“. In der Wirklichkeit regnet es vielleicht draußen und Du hörst die Bauarbeiten von gegenüber. Vielleicht fehlt genau die Familie schmerzlich oder Dein Partner hat gerade überhaupt nichts übrig für Besinnlichkeit. Wenn Kinder in der Szene mit dabei sind, streiten die sich wahrscheinlich nach spätestens zehn Minuten. So sieht’s doch aus. Das kennen wir. Heißt das jetzt, dass Du Deine Advents-Träumerei wieder einstellen sollst? Nein. Ich frage Dich noch einmal:

 

Was ist DEINE Intention für DEINEN diesjährigen Advent?

 

Advent kommt bekanntlich vom lateinischen adventus, was „Ankunft“ bedeutet. Natürlich ist im christlichen Sinne die Ankunft des Herrn gemeint. Aber gerade für die christliche Nächstenliebe brauchen wir auch Selbstfürsorge. Was lässt Dich also so richtig bei Dir selbst ankommen? Was würde Deinen Advent so richtig schön machen? Sind es die Spaziergänge in der kälter werdenden Winterluft? Oder der Besuch von Weihnachtskonzerten? Ist es köstliches Essen und Geselligkeit oder Ruhe beim Lesen auf dem Sofa? Wonach sehnst Du Dich diesen Advent? Achte, dass Du ganz bei Dir bist, wenn Du über diese Frage nachdenkst. Es geht nicht darum, was für die Kinder schön wäre oder wozu die Vereinsfreunde eingeladen haben. Es geht um das, was Dir ganz persönlich ein Lächeln auf das Gesicht zaubern würde. Hast Du sie gefunden, diese eine Sache, die Dir in diesem Advent wertvoll wäre?

 

Dann betrachte nun die vor Dir liegende Adventszeit. Vier Sonntage, vier Wochenenden, vier Wochen, die gefüllt werden mit Aktivitäten und Handlungen. Du wirst in dieser Zeit den Müll rausbringen, Mails beantworten, in Meetings sitzen, zu Weihnachtsfeiern gehen, Wäsche waschen, Projekte abschließen, einkaufen und vieles mehr. Wenn Du nicht anders dafür sorgst, wird Deine Adventszeit mit genau diesen Dingen prall ausgefüllt sein. Deshalb übernimmst Du nun die Regie und räumst zuerst dem Platz und Zeit ein, was auf keinen Fall in Deinem Advent fehlen darf. Das ist nicht immer einfach, aber umso wertvoller, wenn Du es schaffst. Und glaube mir, Mails wirst Du sowieso beantworten und die Wäsche wirst Du auch machen. Aber dann mit etwas adventlicher Besinnlichkeit. Deshalb formuliere für Dich:

 

„MEINE Intention für MEINEN diesjährigen Advent ist es, …. Deshalb werde ich …!“

 

Ein Beispiel könnte sein: „Meine Intention für meinen diesjährigen Advent ist es, zur Ruhe zu kommen und es gemütlich zu haben. Deshalb werde ich mir fast jeden Tag zehn Minuten Zeit zum entspannten Lesen in meinem Sessel nehmen.“ Ein anderes Beispiel: „Meine Intention für meinen diesjährigen Advent ist es, in der Natur zu sein. Deshalb werde ich zwei oder drei Abendspaziergänge pro Woche machen.“

 

Wie fühlt es sich an, Dir diese Intention gesetzt zu haben? Spürst Du die Vorfreude? Dann hast Du eine passende Intention für Dich gefunden. Spürst Du Skepsis? Das ist ok. Dann verkleinere Deine Intention etwas, so dass Du sie Dir selber glauben kannst. Ein bisschen was geht immer. Und wenn es nur ein Butter-Plätzchen ist, für das Du Dir einen Moment Genuss gönnst. Wenn Du Vorfreude spürst, brauchst nun nur noch aufzupassen, dass Deine Intention nicht in Vergessenheit gerät. Schreibe sie Dir auf - in Deinen Kalender, setze Dir eine tägliche Erinnerung im Handy, hefte sie im Bad an den Spiegel oder hab sie im Portemonnaie beim Kleingeld immer dabei. Sprich sie Dir beim Anzünden der Adventskerzen leise oder laut vor. Egal, wo der Satz seinen Platz findet, schau dass Deine Intention in Deinem Advent ihren Platz hat. Diese Besinnung auf Dich selbst, die Achtung Deiner eigenen Bedürfnisse und Wünsche schafft bereits in kleinster Dosis so viel Zufriedenheit. Du wirst sehen, wie viel mehr Weihnachtsstimmung und -vorfreude Du Dir selbst und damit auch Deinen Mitmenschen in diesen Advent holst.

 

Hab einen schönen ersten Advent.

 

Photo by Rebecca Peterson-Hall on Unsplash

 

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