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Probier's mal mit Langeweile

 

Meditation ist nichts für Dich. Das weiß ich. Gut, Du hast es noch nie wirklich ausprobiert, aber Du bist Dir trotzdem ziemlich sicher, dass Du dafür nicht Typ bist. Verstehe ich total. Ich bin auch kein Meditationslehrer. Ich bin noch nicht mal Entspannungs-Trainerin. Aber lass mich mal raten, was in Deinem Alltag Realität ist: Du bist oft gehetzt und hast das Gefühl, nie genügend Zeit zu haben. Gleichzeitig kannst Du immer schwerer abschalten und schläfst ständig zu wenig. Stimmt’s?

 

Dann lass mich (die ich nicht Entspannungs-Trainerin bin) für Dich (der Du nicht der Meditations-Typ bist) eine Lanze brechen für das Meditieren. Oder sollen wir es Achtsamkeit nennen, damit es sich nicht so sperrig liest? Oder wir nennen es Langeweile. Oder Innehalten oder Nichts-Tun. Weißt Du was – das ist völlig egal. Wenn Du ein ähnliches Paket an Alltags-Indikationen wie oben kurz angerissen mit Dir herumschleppst, dann wäre es töricht, Meditation als Dir zu esoterisch wegzuwischen. Natürlich kannst Du Schlafmittel nehmen, Dein Zeitmanagement überdenken und Dir ein Wellness-Wochenende buchen. Aber erstens weißt Du selbst, dass die Einnahme von Schlafmitteln höchstens eine Notlösung ist und zweitens hat Dir kein optimiertes Zeitmanagement bisher dauerhaft Entlastung gebracht. Ganz zu schweigen vom Wellness-Effekt, der bereits im 10:00 Uhr Meeting am Montag verpufft.

 

Wenn Du körperliche Beschwerden, wie z. B. Knie- oder Rückenschmerzen, hast, dann gehst Du zum Arzt und zur Physiotherapie (falls Du es noch nicht wusstest, die beste Physiotherapeutin ist übrigens Anja Pfaff in Idstein!). Das ist die Vorgehensweise und Bewältigungsstrategie, die in unserer heutigen Gesellschaft gängig und anerkannt ist. Das war nicht immer so. Noch im Mittelalter war ein Arzt-Besuch sehr exotisch und die Heiler ihrer Zeit wussten noch nicht, was wir heute über den menschlichen Körper wissen. Im Umgang mit der Zivilisationskrankheit unserer Zeit (Stress) sind sich die Experten* einig: Meditation und Achtsamkeit sind wichtige Eckpfeiler in der Bewältigung.

 

Also, warum nicht wenigstens einen kurzen Gedanken daran verschwenden, dass Du das doch mal ausprobieren könntest. Du musst da auch gar keine große Sache draus machen und Deine gesamte Geisteshaltung auf den Kopf stellen, oder zu einem anderen „Typ“ werden. Vielleicht erinnerst Du Dich noch an den Typen, der/ die Du mit sechs Jahren warst? Oder mit zehn? Kannst Du Dich erinnern an verregnete Nachmittage, an denen Deine Freunde keine Zeit hatten und Deine Eltern beschäftigt waren und an denen es einfach nichts zu tun gab? Kannst Du Dich erinnern, wie Du gelangweilt auf dem Teppich rumgelegen hast und vor lauter Langeweile diesen Teppich so genau betrachtet hast, dass Du ganz neue Dinge an ihm entdeckt hast? Das ist schon Achtsamkeit. Ehrlich. Mehr braucht es nicht. Und nicht weniger.

 

Der Trick ist, gedanklich einen Moment auszusteigen. Wir denken 60.000 Gedanken am Tag und Denken kostet Kraft. Manchmal haben wir das Gefühl, unsere Gedanken kommen nicht zur Ruhe oder überschlagen sich. Dann hilft es „mal runter zu kommen“, „mal auf den Teppich zu kommen“. Probiere doch einfach mal Folgendes:

 

Überlege Dir einen Zeitraum für Dein Meditationsexperiment:

Eine Woche, oder zwei? Bis zum Ende des Monats? Bis zum Wochenende? Es ist egal, wie lang dieser Zeitraum ist, er sollte lediglich ein paar Mal ein paar wenige Minuten enthalten.

 

Überlege Dir eine Häufigkeit für Dein Experiment:

Wie oft willst Du Dir selbst zum Ausprobieren zugestehen? Wie häufig willst Du ein paar wenige Minuten Deiner wertvollen Zeit in dieses völlig kostenlose Experiment investieren? Einmal am Tag oder vier Mal die Woche? Immer am Wochenende? Auch die Häufigkeit ist nicht ausschlaggebend. Ich empfehle Dir lediglich, von Häufigkeiten wie „jeden Tag“ oder „jeden Mittwoch“, „immer am Wochenende“ Abstand zu nehmen. Einige Dich mit Dir selbst lieber auf „an den meisten Tagen bis…“ oder „an drei von vier Mittwochen“, … das ist realistischer und deutlich freundlicher Dir selbst gegenüber.

 

Überlege Dir eine Dauer, in der Du Dich langweilen willst (also, in der Du meditieren willst):

Du denkst an zehn Minuten pro Einheit? Dann entscheide Dich für fünf. Du findest fünf Minuten sollten gehen, sind aber schwierig, dann mach zwei. Nimm Dir eine Dauer vor, bei der Dein Gehirn voll in den „das ist albern und bringt eh nichts“-Modus geht. Und dann mach einfach genau diese Minuten-Einheiten – weil Du es Dir vorgenommen hast und es so albern ist, und eh nichts bringt, dass Du es auch genauso gut einfach machen kannst.

 

Und dann geht’s los.

 

Musst Du jetzt vorher ein Buch lesen oder eine Meditations-App herunterladen? Nö. Beim ersten Mal setzt Du Dich einfach mal hin für Deine zwei Minuten und zückst in dieser Zeit nicht das Handy. Mehr machst Du nicht. Du kannst auch den Sekundenzeiger auf der Uhr beobachten. Aber Du sitzt da und guckst nicht auf Dein Smartphone, blätterst in keiner Zeitschrift und gehst nicht durch Deine To-Do-Liste. Wenn Du gar nicht weißt wohin mit Dir, kannst Du ja mal auf Deinen Atem achten. Atmest Du überhaupt? Durch die Nase, bis in den Bauch, oder wie?

 

Und dann stehst Du wieder auf und gehst ins nächste Meeting oder an den Rechner oder halt zur nächsten Aufgabe, die Dich treibt. Und beim nächsten Mal kannst Du Dich auch genauso gut wieder hinsetzen. Jetzt hast Du ja eh angefangen mit dem Quatsch. Ist ja nur ein Experiment. Vielleicht hast Du ja Lust, auf Deinen Atem zu achten, wie er kommt und geht. Vielleicht willst Du ausprobieren, wie deutliches Ausatmen Anspannungen löst. Aber vielleicht auch nicht. Vielleicht sitzt Du einfach da und langweilst Dich.

 

Komm, trau Dich. Mach mal! Es kostet nichts. Zwei Minuten finden sich sogar in Deinem Kalender und Du musst es niemandem erzählen! Und weißt Du was? Am Ende Deines Experiments hast Du gleich drei tolle Ergebnisse:

 

  1. Du hast ein Versprechen Dir selbst gegenüber gehalten und weißt, dass Du Dich auf Dich verlassen kannst.
  2. Du hast jetzt eine Ahnung von Meditation und kannst eine informierte Entscheidung treffen, ob Du davon mehr haben möchtest.
  3. Du hast Dir Dauer x Häufigkeit Minuten innerhalb Deines Zeitraums für Dich genommen, die Du sonst etwas Anderem gewidmet hättest.
Ein bisschen was geht also immer. Wenn Du sogar schon meditiert hast, was ist dann jetzt noch alles möglich?!

 

Und, hey! Wenn Du Lust auf mehr bekommen hast, bin ich hier. Ich unterstütze Dich dabei herauszufinden, was Du auf Deinem Weg zu mehr Entspannung und Ausgleich brauchst. Buche Dir einfach eine kostenlose Kick-Off Session und finde heraus, ob das hilfreich für Dich sein könnte.

 

 

 

* um nur einige der Experten zu nennen, die einiges an Pro-Argumenten zum Thema liefern:

 

  • Bergner, Thomas
  • Kaluza, Gert
  • Nelting, Manfred
  • Strobel, Ingrid

 

Photo by David Brooke Martin on Unsplash

 

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