27.11.2021

Geht’s noch oder schon Burnout?

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Gehört Stress zum Grundrauschen Deines Alltags? Ist es schon länger her, dass Du dachtest: „Och, eigentlich alles easy gerade!“? Erhältst Du von Deinen Freunden, Kollegen oder Liebsten besorgte Empfehlungen wie: „Meinst Du nicht, Du willst mal einen Gang runter schalten?“ oder: „Mensch, nimm doch mal einen Tag frei.“?


Weghören ist keine Lösung

Wenn Du mich kennst, weißt Du, dass ich ein Fan von positivem Stress bin. Der ermöglicht uns Leistung überhaupt erst. Und ich habe bisher noch niemanden kennengelernt, der seine persönliche Leistung nicht einbringen wollte, der keinen Beitrag leisten wollte. (Ja, manchmal fordern die Umstände uns Beiträge ab, die uns gegen den Strich gehen – das ist dauerhaft dann wieder etwas Anderes.) Ebenso plädiere ich weitaus häufiger für eine positive Interpretation der Geschehnisse als dafür, Horrorszenarien zu skizzieren. Diese Haltung gilt es allerdings tunlichst nicht zu verwechseln mit „Augen zu und durch!“ und „schlafen kannst Du, wenn Du alt bist!“.


Ehrliche Antworten sind lebenswichtig

Ab und an kann ein nüchterner Blick auf die Wasserstandsanzeige lebenswichtig sein. Und das meine ich im wörtlichen Sinne. Stressfolgeerkrankungen sind auf der leichten Schulter völlig fehl am Platz. Im täglichen Strom des Alltags übersehen wir nur allzu schnell, dass uns das Wasser eigentlich schon bis zum Hals steht. Dann blitzt diese Frage immer mal wieder auf: „Ist es nur Stress oder hab‘ ich schon Burnout?“. Doch schon jagt der nächste Gedanke an die To-Do-Liste diese Sorge beiseite und wir machen erstmal weiter – geht ja noch irgendwie.

Heute möchte ich diesen Gedanken „Hab‘ ich schon Burnout?“ für Dich aus den circa 60.000 Gedanken fischen, die uns täglich durch den Kopf gehen. Herausgefischt lässt sich viel besser über die Antwort nachdenken.


Klassische Warnsignale

Es gibt viele Faktoren, welche Dir sachdienliche Hinweise darauf liefern können, ob Du mit dem Stress im grünen Bereich läufst oder Entlastung dringend zu empfehlen ist.

Die klassischen Warnsignale folgen unten. Beim Lesen bitte ich Dich jeweils zu überlegen, ob sich zu den Punkten für Dich in der letzten Zeit etwas verändert hat. Wenn Du zum Beispiel schon immer eher schwierig und spät einschläfst, muss das noch kein Warnsignal für eine zu hohe Stressbelastung sein. Wenn Du allerdings in der letzten Zeit schwerer und später einschläfst, als Du es von Dir gewohnt bist, und vielleicht sogar noch nachts öfter aufwachst, dann ist hinzuschauen, was da los ist.

Zu viel/ chronischer und gesundheitsgefährdender Stress kann sich bemerkbar machen durch:


Schlafprobleme

Hat sich Deine Schlafqualität in der letzten Zeit verschlechtert? Schläfst Du nur schwer ein, zum Beispiel weil Dir zu viel durch den Kopf geht? Wirst Du nachts öfter wach und findest nicht zurück in den Schlaf oder ist in den sehr frühen Morgenstunden Schluss mit Schlaf?

Appetitverlust

Ist Dir – im wahrsten Sinne – oft der Appetit vergangen? Nimmst Du Hunger gar nicht mehr richtig wahr oder kannst Mahlzeiten, die Dir früher schmeckten, nicht mehr richtig genießen? Ernährst Du Dich deutlich ungesünder und stellst Gewichtsveränderungen fest, wenn Du Dich auf die Waage stellst? Vielleicht ist Dir auch der Rotwein oder das Bier am Abend obligatorisch geworden, weil Du ohne „nicht mehr runterkommst“?

Reizbarkeit & innere Distanz

Machen die Dinge oder Deine Mitmenschen Dich schneller wütend und könntest Du häufiger vor Ungeduld in die Tischkante beißen? Ist Dein Blick auf die Welt neuerdings recht zynisch geworden und findest Du das alles auch „nicht mehr lustig“? Bist Du schneller genervt und lässt auch Kontakte, die Dir früher wichtig waren, „schleifen“?

Verringerte Leistungsfähigkeit

Bist Du häufiger nervös und Deine Gedanken kommen einfach nicht zur Ruhe? Fällt es Dir in letzter Zeit schwerer, Dich zu konzentrieren und geht Dir die Arbeit nicht mehr so „von der Hand“?

Erschöpfung

Spürst Du eine innere Unruhe während Du gleichzeitig schneller ermüdest als früher? Kannst Du ziemlich gut nachfühlen, was mit dem Hamsterrad-Gefühl oder dem Gefühl, ausgebrannt zu sein, gemeint ist?

Körperliche Symptome

Leidest Du unter Symptomen wie unter Anderem (!) Muskelverspannungen, Kreislaufproblemen, Verdauungsproblemen, Tinnitus, Herzrasen, Magenschmerzen oder Augenproblemen – häufig auch ohne medizinischen Befund?


Dies alles sind klassische Warnsignale für eine Überlastung. Bitte nimm Dir einen ehrlichen Moment und prüfe, ob Du beim Lesen mit dem Kopf genickt hast: „Ja, so geht es mir!“. Es ist nicht immer einfach, diese Symptome wahrzunehmen und als das anzunehmen, was sie sind: Warn-Blinklichter, die einen Moment einfordern, in dem Du Dir einen wichtigen Ausgleich überlegst.


Der Teufelskreis heißt Burnout-Spirale

Als Fair Warning und kleinen Disclaimer möchte ich Dir heute noch mitgeben, dass diese Burnout-Warner fiese kleine Biester sind. Erstens können sie sich ganz schön anschleichen und wir bemerken sie oft erst, wenn sie in voller Größe vor uns stehen und echte Probleme machen. Zweitens vernebeln sie uns teilweise und über längere Phasen erst recht den Blick und machen eine Lösung auch damit schwer, dass sie sich gegenseitig befeuern. Je schlechter Du schläfst, desto eher greifst Du vielleicht abends nach dem Glas Wein, desto schlechter schläfst Du dann aber nachts wieder durch, desto gereizter bist Du tagsüber und verzichtest noch weiter auf Gespräche mit Freunden, deren wohlgemeinte Besorgnis Du verstärkt nur noch als Kritik empfindest. Je schwerer es Dir fällt, Dich zu konzentrieren, desto unruhiger wirst Du, desto mehr kreisen die Gedanken in Deinem Kopf und desto schlechter schläfst Du abends ein …

Ein Teufelskreis (auch Burnout-Spirale genannt), den es zu durchbrechen gilt. Besonders (!) wenn der Tunnel, in dem Du fährst, Dir suggeriert, dass es einfach keine andere Möglichkeit gibt, als einfach noch mehr Geschwindigkeit und Anstrengung an den Tag zu legen. Ich weiß, dass die Hürde sehr hoch ist, sich einzugestehen, dass Veränderung jetzt notwendig ist. Glaube mir, das weiß ich aus persönlicher Erfahrung wirklich.


Ehrlichkeit und Mut gewinnen

Aber ich weiß auch, dass Du nur gewinnen kannst, wenn Du die Warnsignale ernst nimmst und mutig beginnst, kleinere und größere Alltags-Ausstiege zu suchen.

Lass Dich unterstützen, delegiere, bitte um Hilfe.

Deine Gesundheit, Dein Wohlbefinden und nicht zuletzt auch Deine nachhaltige und freudige Leistungsfähigkeit sind Dein unschätzbar wertvoller Gewinn!


Und hey – natürlich! Ich bin hier und unterstütze Dich sehr gerne dabei, herauszufinden wo Du stehst und was Du jetzt brauchst. Schreibe mir einfach eine Mail und wir sprechen, was Dir jetzt gerade helfen würde.


Tags

Burnout, positiver Stress, Stressmanagement, Stresssymptome


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