09.8.2022

Gute Vorsätze ohne Stress | Stressmanagement

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Bist Du in dieses Jahr auch mit ein paar guten Vorsätzen gestartet? Vielleicht sogar mit den gleichen, wie im letzten Jahr? Die beliebtesten Vorsätze für 2022* sind mehr Zeit für die Liebsten und weniger Stress. Bist Du mit dabei im Team Stress-Reduktion? Und merkst Du jetzt nach drei Wochen, dass die Umsetzung der guten Vorsätze im Alltag natürlich wieder einmal ganz schön schwierig ist?


Disclaimer zu guten Vorsätzen

In der Hektik des Alltags mutieren die gut gemeinten Vorsätze schnell zu einem weiteren Hätte/ Müsste/ Sollte auf der sowieso schon langen Liste dieser stressigen Antreiber, die uns im Nacken sitzen. Was ist das Ergebnis bezogen auf den Stress? Du hast mehr Stress, statt weniger – Mist! Aus diesem Grund braucht die Tradition der guten Vorsätze aus meiner Sicht einen Disclaimer mit zwei Hinweisen:

Gute Vorsätze sind super und können Dir helfen, wohltuende neue Gewohnheiten in Deinen Alltag zu bringen, wenn 1) die Zeit reif ist und Du 2) das für Dich passende Gleichgewicht aus Disziplin und Ausnahme findest!


Zu 1) Ist die Zeit reif für Deinen guten Vorsatz?

Der Wechsel vom 31.12. auf den 01.01. ist kein Grund/ kein Beweggrund/ keine wirkliche Motivation, Deinen Stress zu reduzieren, mehr Sport zu machen, klimafreundlicher zu leben oder Dich gesünder zu ernähren. Dieser Zeitpunkt kann lediglich ein Startpunkt sein, etwas umzusetzen, was Dir ein wirkliches inneres Bedürfnis ist. Wohlgemerkt kann Silvester natürlich ein kraftvoller, symbolträchtiger Startpunkt sein, der Dir ordentlich Anschub verleiht. Wenn allerdings Deine innere Motivation für Veränderung nur so la-la ist, dann kann jede Woche Silvester sein und Du kommst nicht aus den Puschen. Da brauchst Du Dir dann auch gar keinen Vorwurf zu machen. Wenn Du etwas nicht wirklich willst, springt Dein innerer Antrieb nicht an, der Dir über schwierige Umsetzungsphasen hinweghilft.

Deshalb sage ich: Vielleicht ist Dein Startpunkt der 17.11. oder der 28.12. Vielleicht ist Dein Startpunkt auch HEUTE! Oder nächste Woche. Du weißt am besten, wann es Dir reicht und Du etwas ändern möchtest.


Zu 2) Bist Du streng mit Dir?

Du brauchst etwas Disziplin und Strenge, um Veränderungen einzuläuten und beizubehalten. Ohne ein gewisses Maß an Disziplin schlabbern wir zurück in den alten Zustand wie ein Gummiband, das plötzlich losgelassen wird. Ich weiß, Disziplin aufzubringen ist in den ersten paar Wochen nachdem Du einen guten Vorsatz gefasst hast, noch ok. Aber irgendwann wird es blöd und nervt, stimmt’s? Da fallen wir dann doch schnell wieder in alte Muster, weil wir keine Extra-Energie aufbringen, um uns zu einem anderen Verhalten zu motivieren. Hach, die alten Gewohnheiten waren so gemütlich automatisiert und Du musstest nicht ständig am Selbststeuerungsruder stehen. Autopilot hat auch was. Verstehe ich total. So ticken wir alle. Gönne Dir noch etwas Extra-Energie für Deine Veränderung, damit Du eine Chance hast, dass sie zu Deiner neuen Gewohnheit wird. Belohne Dich mal, wenn Du Phasen, die besonders schwierig waren, trotzdem einigermaßen durchgehalten hast!

‚Einigermaßen‘ ist in dem Zusammenhang ein wichtiges Zauberwort. Disziplin ist nämlich nur die eine Seite der Veränderungsmedaille. Auf der anderen Seite liegt die Ausnahme. Vorsätze, die mit „von jetzt an immer“ oder „nie mehr werde ich“ beginnen, sind meiner Erfahrung nach zum Scheitern verurteilt (wir reden an diesem Punkt über Vorsätze wie mehr Zeit mit den Liebsten, weniger Stress, mehr Bewegung und gesündere Ernährung und nicht aufhören zu rauchen, trocken werden, von den Aufputschmitteln runterkommen … das ist klar. Süchte tragen ihre eigenen Disclaimer der Veränderung. Die hier genannten gelten für sie explizit nicht.). Gönne Dir Cheat Days, erlaube Dir Ausnahmen, nimm bewusst bestimmte Situationen aus Deinem Vorsatz aus – Beispiel: „Ich ernähre mich gesünder und esse an den meisten Tagen kein Fleisch mehr. Im Restaurant kann ich davon eine Ausnahme machen.“


Am Ende wird alles gut ...

... und wenn es noch nicht gut ist, war es noch nicht das Ende und Du nimmst einen neuen Anlauf. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Du irgendwann zurückfällst in alte Muster. Hattest Du es nun zwei Wochen geschafft, zwei Mal die Woche laufen zu gehen und diese Woche standen die Laufschuhe wieder komplett in der Ecke? Dann sei Dir bewusst, dass Dein vielleicht auftauchender Gedanke von: „War ja klar! – Habe ich wieder nicht auf die Reihe gekriegt, eine ordentliche Lauf-Routine zu etablieren!“ falsch ist! Vielmehr befindest Du Dich in einer der dazugehörenden Phasen der Veränderung. Zwei Schritt vor und einer zurück. Das ist der Rhythmus, den Du Deiner Veränderung zugestehen darfst. Dann kannst Du milde mit Dir sein und sagen: „Diese Woche ist es so und nächste Woche ist es wieder anders.“ Und dann bist Du nächste Woche wieder streng mit Dir und erinnerst Dich, warum Du nochmal wieder öfter laufen gehen wolltest, mehr Zeit mit der Familie verbringen oder den Stress reduzieren wolltest.

Mit diesem Disclaimer kannst du lustvoll und vor allem stressfrei Deinen guten Vorsatz entweder

a) einfach lassen, weil er Dir jetzt gerade gar nicht wirklich wichtig war

b) entspannt und mit Freude und Stolz weiterverfolgen

c) übernächsten Dienstag starten, weil Du dann bereit bist.


Und hey – wenn Du Lust hast, erzähle mir, was Du vorhast. Es interessiert mich sehr, zu hören, was Dich dazu beschäftigt. Und wenn Du Unterstützung bei der Umsetzung Deiner guten Vorsätze gebrauchen könntest, dann schreibe mir unbedingt und wir sprechen, wie ich Dir helfen kann. Ich freue mich darauf, von Dir zu hören!

Ich lebe und arbeite im schönen Idstein bei Wiesbaden und Frankfurt im Rhein-Main-Gebiet. Die Technik macht es möglich, dass wir auch räumliche Distanz im Online Coaching überbrücken können.

* laut einer repräsentativen Umfrage der DAK-Gesundheit nahmen sich je 64% der Befragten vor, mehr Zeit mit der Familie und Freunden zu verbringen und Stress zu reduzieren. 60% wollen sich umwelt- bzw. klimafreundlicher verhalten, 59% mehr Bewegung/ Sport unterbringen, 53% mehr Zeit für sich selbst nehmen und 50% wollen sich gesünder ernähren.  Mehr dazu in diesem ZDFheute-Beitrag - klick!

pic by Behnam Norouzi on Unsplash



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