21.2.2024

Optimismus | Auszug aus meinem Buch „Stress souverän meistern“

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In meinem Buch stelle ich die sieben Resilienzfaktoren jeweils als einzelne Burgen auf einer Wanderung dar. Entsprechend gibt es die Akzeptanz-Burg, die Burg der Selbstwirksamkeit, die Burg der Verantwortung, die der Netzwerkorientierung, der Lösungsorientierung, die Burg der Zukunftsorientierung und eben auch die Optimismus-Burg. Dort kommen wir auf der Wanderung gerade an.


Auszug aus meinem Buch „Stress souverän meistern. Ein praktischer Reiseführer ins Land der Gelassenheit“, S. 195 - 197:

"Der zweiten Burg auf unserer Wanderung nähern wir uns aus Richtung Süden. Wir haben die Sonne im Rücken und blicken auf prachtvoll blühende Büsche und Bäume. Das Mauerwerk ist überwuchert von frischem Grün, die Sonne lässt die Türme und Zinnen freundlich vor dem blauen Himmel erstrahlen, die Vögel in den Bäumen singen, und es duftet nach Wald und – riechen wir da sogar Kaffee aus dem Burgcafé direkt hinter dem großen, einladenden Torbogen?

Diese Streckenführung ist bewusst gewählt. Eine andere Route führt aus Richtung Norden kommend auf die Rückseite der Burg. Dort kommt die Sonne nie hin, es ist dunkel und nasskalt. Das Moos und die spärliche Vegetation können den Verfall des Mauerwerks nicht verdecken. Diese Perspektive auf die Burg lässt einen sofort ahnen, wie hart das Leben im Mittelalter war. Nichts lädt zum Verweilen ein. Die Hoffnung auf eine schöne Kaffeepause ist schnell in den Wind geschlagen, der hier auf der Nordseite übrigens ganz schön pfeift.

Wie auf unserer Wanderung haben wir immer die Wahl, aus welcher Perspektive wir etwas betrachten. Darum geht es beim Optimismus. Wir können nicht (immer sofort) ändern, wo wir gerade stehen. Aber wir können immer entscheiden, aus welchem Blickwinkel wir unsere Burg betrachten. Manche Situationen fühlen sich wirklich düster an, ich weiß. Dann ist der Drang groß, sich in dem Versuch, Schlimmeres abzuwenden, auf das Schlechte und die Gefahren zu konzentrieren.

Verstehe Optimismus bitte nicht falsch als Missachtung oder Verharmlosung einer düsteren Lage. Im Gegenteil geht es darum, genau in einer düsteren Lage aktiv das Gute im Schlechten zu suchen. Es geht darum, das Licht am Ende des Tunnels zu wissen und aktiv zu suchen.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass uns Optimismus gegen Depression schützt, uns zu besserer Arbeitsleistung verhilft und sich positiv auf unsere körperliche Gesundheit auswirkt. Dafür braucht es häufig nur die Erinnerung daran, dass du dich der Burg auch von der anderen Seite nähern kannst.

Für dein stressgetriebenes Gedankenkarussell darfst du dir zu diesem Zweck gern die Interpretation der Lage von jemandem leihen, der dazu etwas mehr Licht am Ende des Tunnels sieht als du – deine Freundin, Kollegin Maier, dein Bruder, dein zehn Jahre älteres Ich. Schon eine minimal in Richtung entspannenden Optimismus verschobene Perspektive wirkt entlastend. Das funktioniert, weil dich der gedankliche Film deines täglichen Kopfkinos genauso beeinflusst wie der tatsächliche Kinofilm, den du schaust. Nach einem herzzerreißenden Drama verlässt du den Kinosaal schniefend und seufzend, während du über eine Komödie noch lange mit deiner Begleitung lachst und dich entsprechend beschwingt fühlst.

Die Entscheidung, welchen Film du in deinem Kopfkino spielst, liegt bei dir. So wie die Entscheidung bezüglich der Streckenführung unserer Wanderung kannst du diese Blickwinkelentscheidungen jederzeit aktiv treffen. So schreibt Barbara L. Fredrickson, Professorin für Psychologie und Expertin für Positive Psychologie: „Eine positive Lebenseinstellung macht uns zu besseren Menschen. Indem wir uns […] öffnen, können wir neue Fähigkeiten, neue Bande, neues Wissen und neue Möglichkeiten […] entdecken, ausloten und aufbauen.“ Das ist doch was, oder? Da lohnt sich der Besuch der Optimismusburg doch.

Nachdem du nun noch genüsslich den restlichen Kaffee aus deiner halbvollen Tasse trinkst, kannst du im Souvenirshop eine von diesen Panoramapostkarten mitnehmen. Darauf siehst du sowohl die Süd- als auch die Nordseite der Burg, und sie erinnert dich daran, immer aktiv nach positiven Aspekten Ausschau zu halten."


Und hey – wenn Du gerne optimistischer unterwegs wärst, Dich aber für einen Pessimisten oder mindestens Realisten hältst, dann findest Du den Anfang vielleicht schwierig. Das verstehe ich und möchte Dich ermutigen: Du musst nicht jemand anderes werden oder Deine Persönlichkeit umkrempeln, um öfter eine optimistischere Haltung zu haben. So wie Du Deinen EQ (Emotionalen Intelligenz Quotienten) trainieren kannst, so kannst Du auch Deinen PQ (Positive Intelligence Quotient) trainieren. Dieser misst, wie oft Du in einer positiven und wie oft in einer negativen Haltung bist. Das Training Deiner PQ-„Muskeln“ ist überhaupt nicht kompliziert und lässt sich noch dazu extrem gut in jeden (!) Kalender integrieren. Wenn Du mehr darüber wissen möchtest, wie Du Dich öfter optimistisch fühlst und ganz einfach uns sehr effektiv Deine Resilienz ausbaust, dann schreibe mir und wir sprechen über eine positive Haltung für die Herausforderungen, die Dich umgeben, über innere Saboteure (die wir alle haben) und wie Du Dir mit mentaler Fitness mehr Gelassenheit, Leichtigkeit und Freude ins Leben holst. Ich freue mich drauf!

Mehr zum Thema Optimismus von mir liest Du hier >> klick!

Zu meinem Buch "Stress souverän meistern. Ein praktischer Reiseführer ins Land der Gelassenheit." geht es hier entlang >> klick!

Wenn Du mehr über den mindfit club wissen möchtest, in dem wir in kleinen Gruppen unsere mentalen Muskeln trainieren, um aus dem Stress auszusteigen und unsere persönliche Resilienz zu stärken, dann findest Du die Warteliste für die nächste mindfit club Runde (voraussichtlich im Frühling) hier >> klick!

Ich lebe und arbeite im schönen Idstein bei Wiesbaden und Frankfurt im Rhein-Main-Gebiet. Die Technik macht es möglich, dass wir räumliche Distanz im Online-Coaching überbrücken können.


Tags

mentale Fitness, Stressmanagement


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